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Begleithundeprüfung (BH/VT)
Der Hund zeigt Gehorsam auf dem Platz und benimmt sich im Straßenverkehr. In vielen Vereinen ist sie die Eintrittskarte zu Turnieren in anderen Sportarten.
Passt für: Hunde, die später auf Turniere sollen.
Was du trainierst
Leinenführigkeit
- Leinenführigkeit
- Gangartwechsel und Kehrtwendung
- Durch Personengruppe
- Grundstellung
Quelle: Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung (FCI-IGP), Teil: Begleithundeprüfung mit Verkehrssicherheitsteil FCI-BH/VT, S. 22; Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung (FCI-IGP), Teil: Begleithundeprüfung mit Verkehrssicherheitsteil FCI-BH/VT, S. 21
Positionen
- Sitz aus der Bewegung
- Ablegen mit Herankommen
- Vorsitz und Endgrundstellung
- Ablegen unter Ablenkung
Quelle: Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung (FCI-IGP), Teil: Begleithundeprüfung mit Verkehrssicherheitsteil FCI-BH/VT, S. 23; Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung (FCI-IGP), Teil: Begleithundeprüfung mit Verkehrssicherheitsteil FCI-BH/VT, S. 21
Verkehrsteil
- Begegnung Personengruppe (Verkehr)
- Begegnung Radfahrer
- Begegnung Autos
- Begegnung Jogger oder Inlineskater
- Begegnung andere Hunde
- Angebunden allein lassen
Quelle: Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung (FCI-IGP), Teil: Begleithundeprüfung mit Verkehrssicherheitsteil FCI-BH/VT, S. 24; Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung (FCI-IGP), Teil: Begleithundeprüfung mit Verkehrssicherheitsteil FCI-BH/VT, S. 25
Regeln laut Prüfungsordnung
Wer darf starten
- Das Mindestalter legt der Landesverband fest, es darf aber nicht unter 12 Monaten liegen. Am Prüfungstag muss es erreicht sein, ohne Ausnahme.
- Der Halter braucht einen Sachkundenachweis: eine bestandene Sachkundeprüfung nach den Regeln des Landesverbands oder einen passenden behördlichen Nachweis.
- Alle Hunde dürfen teilnehmen, egal welche Größe, Rasse oder ob sie Abstammungspapiere haben.
- Der Impfpass muss vorgelegt werden. Geimpft wird nach den Vorgaben des Landesverbands.
- Normalerweise müssen Halter und Teilnehmer Mitglied in einem von der FCI anerkannten Verein sein. Für die BH/VT darf der Landesverband Ausnahmen erlauben.
- Der Hund muss sicher erkennbar sein (Chip oder Tätowierung). Hunde, deren Identität nicht zweifelsfrei feststeht, dürfen nicht starten.
- Wiederholen geht ohne Wartezeit, aber nur einmal je Veranstaltung, auch bei zwei Prüfungstagen. Jedes Ergebnis wird eingetragen, auch ein nicht bestandenes.
- Die bestandene BH/VT ist Voraussetzung für die weiteren Prüfungen (IGP, Fährte, IBGH usw.). Sie darf am Tag vor einer IGP 1 oder IFH 1 abgelegt werden.
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Die zwei Prüfungsteile
- Teil A ist eine Gehorsamsprüfung auf dem Übungsplatz, Teil B eine Prüfung im Straßenverkehr. Im Mittelpunkt stehen Grundgehorsam und Verträglichkeit im Alltag.
- Teil A hat vier Übungen: Leinenführigkeit (30 Punkte), Sitz (10 Punkte), Ablegen mit Herankommen (10 Punkte) und Ablegen unter Ablenkung (10 Punkte).
- Zwei Teams starten zusammen: Eines arbeitet, der andere Hund bleibt währenddessen allein liegen, sein Führer steht etwa 10 Meter entfernt.
- Leinenführigkeit: mindestens 50 Schritte geradeaus, Kehrtwende, Laufschritt, langsamer Schritt, danach durch eine Gruppe von mindestens 4 Personen.
- Bei Sitz und Platz geht der Führer erst 10 bis 15 Schritte. Danach entfernt er sich mindestens 15 Schritte (Sitz) bzw. 30 Schritte (Platz).
- Teil B findet innerhalb eines Ortes auf Straßen, Wegen oder Plätzen statt. Antreten darf nur, wer Teil A bestanden hat.
- Im Verkehr trifft der angeleinte Hund auf eine Gruppe von mindestens 6 Personen, Radfahrer, Autos, Jogger oder Inlineskater und andere Hunde.
- Zum Schluss bleibt der Hund kurz angebunden allein, während ein fremder Hund mit etwa 5 Schritten seitlichem Abstand vorbeigeführt wird.
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Ausrüstung am Hund
- Bei der BH/VT sind neben dem locker sitzenden, einreihigen Gliederhalsband auch Leder- oder Stoffhalsbänder und Brustgeschirre erlaubt.
- Wo das Gesetz es verlangt, braucht das Gliederhalsband einen Stopp, damit der Hund nicht gewürgt wird. Das Halsband bleibt die ganze Prüfung über am Hund.
- Eine Leine muss die ganze Zeit dabei sein, versteckt oder umgehängt. Wird sie offen getragen, gehört der Karabiner auf die vom Hund abgewandte Seite.
- Ein Maulkorb ist nur dort nötig, wo das Gesetz ihn für die BH/VT vorschreibt. Sonst wird ohne Maulkorb geprüft.
- Leinenführigkeit und alle Verkehrsübungen laufen angeleint. Bei Sitz, Platz und der Ablage ist der Hund abgeleint.
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Was der Hundeführer darf
- Futter oder Spielzeug (Motivationsgegenstände) mitzuführen gilt als unsportlich und führt zur Disqualifikation.
- Eine eng anliegende Weste ohne abstehende Taschen ist erlaubt, Bauchtaschen und Trainingsschürzen nicht.
- Hörzeichen (Kommandos) sind kurze Wörter, für dieselbe Aufgabe immer gleich, gern in der Muttersprache. Lang gezogene Wörter zählen als Hilfe.
- Beim Heranrufen darf statt des Kommandos der Name gerufen werden. Name und Kommando zusammen zählen als doppeltes Kommando.
- Nach jeder Übung darf kurz gelobt und gelockert werden, etwa 5 Sekunden. Hilfen mit dem Körper werden als Fehler gewertet.
- Bei der Leinenführigkeit gehört die Leine in die linke Hand. In der Grundstellung keine gespreizten Beine, beide Arme locker am Körper.
- Im Verkehr darf der Führer den Hund bei Joggern oder fremden Hunden ins Sitz oder Platz bringen, bei Hunden auch erneut Fuß sagen.
- Wer körperlich eingeschränkt ist, sagt das vor Beginn dem Richter. Der Hund darf dann zum Beispiel rechts statt links gehen.
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Ablauf und Bewertung
- Teil A wird mit Punkten und Noten bewertet: von vorzüglich (96 bis 100 Prozent) bis mangelhaft (bis 69,5 Prozent).
- Ein Zusatzkommando kostet 1,5 Punkte, zwei kosten 2,5 Punkte. Klappt die Übung nach dem dritten Kommando nicht, gibt es 0 Punkte.
- Nimmt der Hund die falsche Position ein, etwa Liegen statt Sitzen, gibt es höchstens die Hälfte der Punkte. Handeln ohne Kommando kostet 2 Punkte.
- Bewertet werden Freude, Selbstsicherheit, Aufmerksamkeit und Harmonie im Team. Angst oder Stress drücken die Bewertung.
- Kommt der Hund beim Abrufen auch auf das zweite Zusatzkommando nicht, gibt es für das Ablegen mit Herankommen 0 Punkte.
- Ablage: Entfernt sich der Hund mehr als 3 Meter, solange der andere Hund noch Leinenführigkeit macht, gibt es 0 Punkte, sonst höchstens 5.
- In Teil B gibt es keine Punkte, es zählt der Gesamteindruck. Der Richter darf Übungen an den Ort anpassen und bei Zweifeln wiederholen.
- Bei gleicher Punktzahl gibt es denselben Platz. Bestandene Prüfungen stehen bei der Siegerehrung vor nicht bestandenen.
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Disqualifikation und Abbruch
- Beißt der Hund oder greift er an (oder versucht es), ohne selbst angegriffen zu sein, wird er sofort disqualifiziert. Wehrt er sich nur, gibt es keine Strafe.
- Nach so einer Disqualifikation muss das Team erneut eine BH/VT mit Verhaltensprüfung bestehen, bevor es wieder starten darf. Das wird in die Papiere eingetragen.
- Weitere Gründe: Der Hund läuft weg und kommt nach dreimaligem Rufen nicht, ist nicht unter Kontrolle oder verhält sich bei der Wesensüberprüfung nicht neutral.
- Auch Futter oder Spielzeug dabeihaben, Täuschungsversuche, Verstöße gegen Regeln, Tierschutz oder gute Sitten und Missachten des Richters führen zum Ausschluss.
- Bei Disqualifikation verfallen alle Punkte, es gibt keine Besprechung und der Hund darf in keinem weiteren Prüfungsteil antreten.
- Wird der Hund krank gemeldet oder vom Richter als krank oder verletzt erkannt, wird abgebrochen. Bis dahin erreichte Punkte bleiben, eine Note gibt es nicht.
- Der Richter darf die Prüfung abbrechen, wenn Regeln, seine Anweisungen oder Ordnung und Sicherheit missachtet werden.
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Gesundheit und Tierschutz
- Läufige Hündinnen dürfen starten, werden aber getrennt von den anderen Hunden vorgeführt und kommen jeweils am Ende dran.
- Gedeckte Hündinnen dürfen bis einschließlich zum 27. Tag nach dem Decken zur BH/VT. Danach nur mit tierärztlicher Bestätigung, dass sie nicht trächtig sind.
- Kranke oder verletzte Hunde und Hunde mit Verdacht auf eine ansteckende Krankheit sind ausgeschlossen. Im Zweifel entscheidet der Tierarzt.
- Doping ist verboten, also alles, was Leistung, Aussehen oder Verhalten künstlich verändert oder Krankheiten verdeckt. Kontrollen sind möglich.
- Geprüft wird nur, wenn das Wetter es zulässt und Hund und Führer nicht gefährdet sind. Das entscheidet allein der Richter.
- Hunde, die offensichtlich zu alt sind, darf der Richter aus Tierschutzgründen aus der Prüfung nehmen.
- Bei der BH/VT gibt es keinen Schusstest. Darum werden BH-Hunde nicht zusammen mit Hunden aus IGP-Prüfungen vorgeführt.
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Quelle: Internationale Gebrauchshunde Prüfungsordnung (FCI-IGP), Teil: Begleithundeprüfung mit Verkehrssicherheitsteil FCI-BH/VT (gültig ab 01.01.2025), FCI
Gesetz: schmerzhafte Mittel
Beim Ausbilden, Erziehen und Trainieren sind Stachelhalsbänder und alle anderen Mittel verboten, die dem Hund Schmerzen bereiten. Das gilt für jeden Hund, auch außerhalb des Sports.
Unsere Zusammenfassung, mit Quelle, ohne Gewähr. Verbindlich sind immer die Ordnungen und Regeln der Verbände selbst. Fehler gefunden? Schreib uns: info@niri-solutions.com
