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Einstieg in die Fährtenarbeit: Was du wirklich brauchst

Fährtenarbeit · Stand 20.10.2026

Fährtenarbeit ist die ruhigste Disziplin im Hundesport und eine der ehrlichsten. Dein Hund arbeitet mit der Nase, du hältst die Leine und lernst, ihm zu vertrauen.

Worum es geht

Ein Mensch läuft über natürlichen Boden, also Wiese, Acker oder Waldboden. Dein Hund folgt dieser Spur später mit tiefer Nase, Schritt für Schritt. Auf der Fährte liegen kleine Gegenstände aus Leder, Stoff oder Holz, etwa 10 cm lang. Der Hund zeigt sie an: Er setzt, legt oder stellt sich davor (das heißt verweisen), nimmt sie auf oder bringt sie dir.

Bewertet wird nicht das Tempo. Die Prüfungsordnung will einen Hund, der selbstsicher, intensiv und gleichmäßig sucht und sichtbar die Führung übernimmt. Du bist hinten an der Leine und folgst.

Im Sport gibt es die Fährte in drei Formen. Als Teil A der IGP (Gebrauchshundprüfung mit Fährte, Gehorsam und Schutzdienst). Als eigene Fährtenprüfung FPr 1 bis 3, die nur aus diesem Teil A besteht. Und als Fährtenhundprüfung IFH 1 bis 3 und IGP-FH für Teams, die sich ganz auf die Nase spezialisieren. Der DVG bietet diese Prüfungen an, der VDH veröffentlicht die zugrunde liegende FCI-Prüfungsordnung.

Für welche Hunde

Für alle. Laut FCI-Prüfungsordnung dürfen alle registrierten Hunde starten, egal welche Größe, Rasse oder Herkunft. Ob dein Hund körperlich fit genug ist, entscheidet der Richter am Prüfungstag. Kranke Hunde sind ausgeschlossen.

Ab wann

Trainieren kann auch ein junger Hund, solange die Einheiten kurz bleiben. Nasenarbeit ist anstrengend.

Für Prüfungen gelten feste Grenzen, ohne Ausnahme am Prüfungstag:

Die ersten Wochen

Such dir eine ruhige Wiese, die nicht als Hundeauslauf dient. Fang mit einer kurzen, geraden Fährte von etwa 15 Schritten an. Lege anfangs in fast jeden Tritt ein Stück Futter und am Ende eine größere Belohnung. Markiere die Spur nicht mit Steinen oder Stöcken, der Hund sieht sie. Merk dir lieber Bäume oder Büsche. Warte etwa 10 Minuten, dann setzt du deinen Hund an.

Steigern heißt: weniger Futter, dann ein rechter Winkel, dann mehr Länge.

Das Ziel für die erste Prüfung ist die Fährte der IGP 1 und der FPr 1. So sieht sie aus:

Typische Fehler

Darauf achtest du von Anfang an:

Der Weg zur ersten Prüfung

Such dir einen Verein, der Fährte trainiert, und leg dort die BH/VT ab. Danach ist die FPr 1 der direkte Einstieg.

Am Prüfungstag meldest du dich mit suchfertigem Hund beim Richter: Leine ausgelegt, Geschirr angelegt. Du sagst an, ob dein Hund die Gegenstände verweist, aufnimmt oder bringt. Bis etwa 2 Meter vor dem Start darf er an kurzer Leine gehen. Angesetzt wird mit einem Hörzeichen „Such“. Zwei weitere sind erlaubt, kosten aber je 1,5 Punkte. Nimmt der Hund die Fährte nach drei Hörzeichen nicht an, ist Schluss.

Futter oder Spielzeug haben in der Prüfung nichts in deiner Tasche zu suchen, das führt zur Disqualifikation. Ein kurzes Lob am gefundenen Gegenstand ist erlaubt. Ab 70 von 100 Punkten gibt es die Note befriedigend, ab 96 vorzüglich, darunter mangelhaft. Eine Prüfung findet nur statt, wenn mindestens vier Teams starten.

Deine Ausrüstung

Fährtengeschirr

Die Leine zieht am Rücken statt am Hals. Die Prüfungsordnung erlaubt es zusätzlich zum Halsband.

Worauf achten: Der Rückengurt darf nicht über die letzte Rippe reichen. Keine zusätzlichen Gurte. Der Richter prüft das Geschirr vor dem Start.

Fährtenleine, 10 Meter

IGP 1 und FPr 1 verlangen 5 Meter, alle höheren Stufen und Fährtenhundprüfungen 10 Meter. Wer nach der ersten Stufe weitermacht, braucht ohnehin 10 Meter.

Worauf achten: Keine Ausziehleine (Flexileine), die ist verboten. Die Leine darf über den Rücken, seitlich oder zwischen den Beinen laufen. Die Länge wird kontrolliert.

Einreihiges, locker sitzendes Halsband

In der IGP Pflicht für die ganze Prüfung. Bei den Fährtenhundprüfungen ist auch ein Leder- oder Stoffhalsband erlaubt.

Worauf achten: Wo es das Gesetz verlangt, mit Anschlag (Stopp), damit es nicht würgt. Nichts, was Schmerzen macht.

Kurze Leine

Für den Weg zum Start. Eine Leine musst du während der ganzen Prüfung dabeihaben.

Worauf achten: Offen getragen gehört der Verschluss auf die vom Hund abgewandte Seite.

Fährtengegenstände aus Leder, Stoff und Holz

Der Hund lernt, sie anzuzeigen. In der Prüfung liegen drei auf der Fährte.

Worauf achten: Etwa 10 x 2 bis 3 x 0,5 bis 1 cm, farblich unauffällig, vorher mindestens 30 Minuten in deiner Tasche getragen.

Handschuhe

Beim Auslaufenlassen gleitet die Leine durch die Hand. Auf der Fährte sind Handschuhe ausdrücklich erlaubt.

Worauf achten: Du darfst die Leine halten, wie du willst, solange du den Hund nicht festhältst oder die Spannung veränderst.

Trainingsfutter in kleinen Stücken

Für die ersten Fährten liegt es in den Tritten und am Ende.

Worauf achten: Nur im Training. In der Prüfung ist Futter verboten.

Eng sitzende Weste

Erlaubte Kleidung in der Prüfung, wenn du Taschen brauchst.

Worauf achten: Keine abstehenden Taschen. Bauchtaschen und Trainingsschürzen sind verboten.

Quellen

Fährtenarbeit: Übungen und RegelnAlles, was die Prüfungsordnung sagt, mit Seitenangaben

Unsere Zusammenfassung, mit Quelle, ohne Gewähr. Verbindlich sind immer die Ordnungen und Regeln der Verbände selbst. Fehler gefunden? Schreib uns: info@niri-solutions.com