Ratgeber › Flyball
Flyball
Im Team: Der Hund springt über Hürden, tritt auf eine Box, fängt den herausfliegenden Ball und bringt ihn zurück. Laut und schnell.
Passt für: Schnelle, ballverrückte Hunde.
Was du trainierst
Hürden
- Hürdenreihe (4 Hürden)
- Rückweg über die Hürden
Quelle: VDH Flyball-Regelwerk V 1.5.1, S. 17; flyballdogs.com
Box & Ball
- Boxwende (Swimmer's Turn)
- Box auslösen (Pedal)
- Ball fangen
- Ball über alle Hürden zurückbringen
Quelle: zooplus.de; VDH Flyball-Regelwerk V 1.5.1, S. 20
Start & Wechsel
- Start ohne Frühstart
- Wechsel (Passing)
Quelle: VDH Flyball-Regelwerk V 1.5.1, S. 20
Läufe
- Einzellauf auf Zeit
- Staffellauf mit 4 Hunden
Quelle: VDH Flyball-Regelwerk V 1.5.1, S. 29; VDH Flyball-Regelwerk V 1.5.1, S. 20
Regeln laut Prüfungsordnung
Wer darf starten
- Hunde müssen mindestens 18 Monate alt sein. Erlaubt sind alle Rassen und Mischlinge.
- Jeder Hund braucht Chip oder Tätowierung, eine gültige Tollwutimpfung und eine Haftpflichtversicherung. Die Identität prüft der Schiedsrichter, nie der Hundeführer selbst.
- Bei Jugendlichen bis 18 Jahre muss ein Erziehungsberechtigter die Anmeldung unterschreiben.
- Flyball ist ein Staffelsport: Eine Mannschaft hat 4 bis 6 Hunde, pro Lauf starten 4, bis zu 2 sind Ersatz. Ein Hund startet nur für eine Mannschaft.
- Am Turniertag ist ein Leistungsnachweis (Heft mit den Ergebnissen) vorzulegen. Wer nicht Mitglied im VDH oder einem FCI-Verband ist, nutzt die VDH Flyball-Turnierkarte.
- Die Mannschaften werden nach ihrer gemeldeten Referenzzeit (erwartete Laufzeit) in Leistungsgruppen, sogenannte Divisionen, eingeteilt. Je Division braucht es mindestens 4 Mannschaften.
- Zur VDH Deutschen Meisterschaft dürfen nur Hunde, deren Eigentümer und Hundeführer Mitglied im entsendenden VDH-Verband sind.
- Daneben gibt es Einzel- und Paarrennen (Singles, Pairs) sowie eine Trainings-Division; diese laufen ohne Eintrag in den Leistungsnachweis.
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Platz und Aufbau
- Zwei Bahnen liegen nebeneinander, Abstand von Hürdenmitte zu Hürdenmitte 4,60 bis 6,60 m. Ein Zaun zwischen den Bahnen ist nicht erlaubt.
- Bahn: Start-/Ziellinie bis 1. Hürde 1,83 m, zwischen den 4 Hürden je 3,05 m, letzte Hürde bis Vorderseite der Box 4,57 m.
- Das Gelände misst mindestens 40 m mal 10 m, mit einer Auslaufzone hinter der Startlinie von mindestens 20 m (in der Halle mindestens 15 m).
- Hürden: innen 77 cm breit, Höhe in 2,5-cm-Schritten von 15 bis 32,5 cm, Seitenteile 60 bis 90 cm hoch. Die Innenfläche ist weiß.
- Die Hürdenhöhe richtet sich nach dem kleinsten laufenden Hund. Er wird am Unterarmknochen (Ulna) vermessen; ohne Messung gilt die Höchsthöhe 32,5 cm.
- Flyballbox (Ballwurfgerät mit Tretpedal, rein mechanisch): höchstens 77 cm breit, 51 cm hoch, 77 cm lang. Der Ball muss mindestens 60 cm frei fliegen können.
- Hinter jeder Box steht eine blickdichte Rückwand (Backstop), 60 bis 80 cm hoch, mindestens 1,52 m von der Box entfernt.
- Der Boden an Start und Boxen muss rutschfest sein. Auf hartem Boden oder Teppich in der Halle kommen rutschfeste Gummimatten auf die Bahn.
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Ausrüstung am Hund
- Geführt wird der Hund nur an einem normalen Halsband aus dem Handel, das sich nicht zuzieht, oder an einem Geschirr.
- Auf dem ganzen Turnier verboten: Würge-, Stachel-, Strom- und Druckluft-Halsbänder, Anti-Zug-Geschirre und Kopfhalter. Im Zweifel entscheidet der Hauptschiedsrichter.
- Ein gut sitzendes Halsband ist geschlossen etwas weiter als der Hals des Hundes.
- Beine dürfen für das jeweilige Rennen zum Schutz des Hundes bandagiert werden.
- Bälle müssen springen und rollen wie Tennisbälle. Verboten sind durchstochene, gefüllte, quietschende oder mit Fell beklebte Bälle. Die Größe darf zum Hund passen.
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Was der Hundeführer darf
- Der Hund muss die Bahn ohne Hilfe seines Hundeführers laufen. Hilfen während des Laufs kosten den Lauf, beim zweiten Mal das Rennen, danach folgt Disqualifikation.
- Der Hundeführer darf die Start-/Ziellinie selbst nicht überschreiten, auch nicht mit einem Gegenstand. Sonst muss sein Hund eine Strafrunde laufen.
- Pro Lauf führt ein Hundeführer höchstens einen Hund. Die ersten 5 Meter dürfen nur die startenden Hundeführer betreten.
- Verboten: Spielzeug, Frisbee oder Bälle werfen, um den Hund anzulocken, sowie Leckerli oder Futter im Parcours und Quietschspielzeug.
- Rufen ist erlaubt. Der Balllader (Person an der Box) darf den Hund mit Worten anfeuern, aber keinen Ball zeigen und sich nicht über die Box beugen.
- Pro Mannschaft dürfen höchstens 9 Personen in den Ring: Balllader, 4 Hundeführer und 4 Helfer.
- Kleidung mit Sponsoren-Aufdruck ist erlaubt.
- Bei Einzel- und Paarrennen sind Hilfen erlaubt, solange sie den anderen Hund nicht stören.
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Ablauf und Bewertung
- Jeder Hund springt über 4 Hürden, tritt auf das Pedal der Box, fängt den Ball und bringt ihn über dieselben Hürden zurück. Erst dann startet der nächste Hund.
- Gewinner eines Laufs ist die Mannschaft, deren 4 Hunde zuerst fehlerfrei fertig sind. Die Zeit misst eine elektronische Anlage mit Lichtschranken (EJS).
- Fehler wie Frühstart, zu früher Wechsel, ausgelassene Hürde, Ball nicht mitgebracht oder Box nicht ausgelöst: Der Hund läuft am Ende eine Strafrunde.
- Ein Rennen besteht aus mehreren Läufen, zum Beispiel 3 bis 5 Läufe oder Best of 3 beziehungsweise Best of 5.
- Turnierformen: Jeder gegen jeden (Round Robin), verkürzte Form nach Zeit (Speed Trial), einfaches oder doppeltes K.-o.-System.
- Break-Out: Ist die Mannschaft mehr als 0,5 Sekunden schneller als ihre gemeldete Referenzzeit, verliert sie den Lauf. In der 1. Division gilt das nicht.
- Verschmutzt ein Hund den Ring (Kot, Urin, Erbrechen, auch verlorene Leckerli) oder stört er die andere Mannschaft, ist der Lauf verloren.
- Wirft ein Hund eine Hürde um, ist das kein Fehler, wenn er sie so überspringt, als stünde sie noch.
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Disqualifikation und Abbruch
- Der dritte Break-Out (zu schnell gegenüber der Referenzzeit) führt zur Disqualifikation der Mannschaft; alle Zeiten und Punkte des Turniers werden gestrichen.
- Disqualifikation auch beim dritten Einsatz verbotener Hilfen und beim Üben im Ring während des Wettkampfs.
- Im K.-o.-System wird eine Mannschaft disqualifiziert, wenn ihre Hürden auf eine falsche Höhe eingestellt waren.
- Stört ein schon verwarnter Hund erneut, ist er für das Turnier disqualifiziert.
- Ist ein Hund sozial unverträglich, wird er sofort disqualifiziert. Vor dem nächsten Start kann eine VDH-Begleithundprüfung verlangt werden.
- Fehlt einem Hund die Gelassenheit gegenüber Menschen oder Hunden, kann der Hauptschiedsrichter ihn ausschließen und einen Ersatzhund verlangen.
- Hunde, deren Identität nicht sicher feststellbar ist, dürfen nicht teilnehmen.
- Der Hauptschiedsrichter bricht einen Lauf ab bei Störung, Verschmutzung oder aggressivem Verhalten von Hund oder Hundeführer, ebenso bei gefährlich umgefallenen Hürden.
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Gesundheit und Tierschutz
- Kranke oder verletzte Hunde sowie läufige, trächtige und säugende Hündinnen dürfen nicht starten. Im Zweifel entscheidet der Tierarzt oder der Prüfungsleiter.
- Ein Hund, der wegen schwerer Verletzung ausgewechselt wurde, darf an diesem Turnier nicht mehr laufen.
- Doping ist streng verboten. Kontrollen und Strafen regelt ein eigenes VDH-Regelwerk.
- Der Umgang mit dem Hund muss tiergerecht und gewaltfrei sein; Futter, Wasser und Gesundheitsfürsorge sind Pflicht.
- Ist bei schlechtem Wetter die Sicherheit von Mensch und Tier gefährdet, findet das Turnier nicht statt. Das entscheiden Hauptschiedsrichter und Prüfungsleiter.
- In der Halle sind Gummimatten Pflicht, wenn harter Boden oder Teppich die Pfoten verbrennen könnte.
- Auf Verlangen muss ein gültiger Impfpass gezeigt werden. Tierschutz- und Veterinärregeln des Ortes gelten.
- Grobe Verstöße, etwa gegen das Tierschutzgesetz, können zum Ausschluss führen und weitere Strafen wie Sperren nach sich ziehen.
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Quelle: VDH Flyball-Regelwerk V 1.5.1 (gültig ab 01.04.2026), VDH
Gesetz: schmerzhafte Mittel
Beim Ausbilden, Erziehen und Trainieren sind Stachelhalsbänder und alle anderen Mittel verboten, die dem Hund Schmerzen bereiten. Das gilt für jeden Hund, auch außerhalb des Sports.
Unsere Zusammenfassung, mit Quelle, ohne Gewähr. Verbindlich sind immer die Ordnungen und Regeln der Verbände selbst. Fehler gefunden? Schreib uns: info@niri-solutions.com
