Ratgeber › Treibball
Treibball
Der Hund schiebt große Gymnastikbälle ins Tor, du lenkst ihn aus der Entfernung. Ideal für Hütehunde.
Passt für: Hütehunde und alle, die gern arbeiten.
Was du trainierst
Grundarbeit
- Outrun (Hinausschicken zu Ball 1)
- Verharren hinter dem Ball
- Lift (Ball 1 anschieben)
- Auf Distanz zur Matte und Platz
- Richtungskommandos rechts und links
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Treibball (PO-TB), S. 18; nationaltreibball.com; whole-dog-journal.com
Treiben
- Ball ins Tor treiben
- Schlussposition im Tor
- Bälle in Reihenfolge treiben
- Treiben ohne Bandenkontakt
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Treibball (PO-TB), S. 17; VDH-Prüfungsordnung Treibball (PO-TB), S. 22
Varianten
- Variante Classic
- Variante Fetch
- Variante Shed
- Variante Send (Stationsbälle)
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Treibball (PO-TB), S. 18; VDH-Prüfungsordnung Treibball (PO-TB), S. 19; VDH-Prüfungsordnung Treibball (PO-TB), S. 20
Regeln laut Prüfungsordnung
Wer darf starten
- Alle Rassen und Mischlinge dürfen mitmachen. Eine Eintragung im Zuchtbuch (Ahnennachweis) wird nicht verlangt.
- Der Hund braucht einen Chip oder eine Tätowierung, eine gültige Tollwutimpfung und eine Haftpflichtversicherung. Die Anmeldung muss bis Meldeschluss vorliegen.
- Vorzulegen ist eine Leistungsurkunde des Verbands oder ersatzweise die VDH Turnierkarte, auch für Starter ohne VDH Mitgliedschaft.
- Fünf Klassen: Tb 0, Tb 1, Tb 2, Tb 3 und Senior. Wer einmal in Senior gestartet ist, darf danach in keiner anderen Klasse mehr laufen.
- Mindestalter am Prüfungstag: Tb 0 ab vollendetem 12. Lebensmonat, Tb 1 bis 3 ab vollendetem 15. Lebensmonat, Senior ab vollendetem 8. Lebensjahr.
- Aufstieg in die nächste Klasse mit einmal „Vorzüglich“ oder dreimal „Sehr gut“. Das gilt nur für das Team aus genau diesem Hund und Hundeführer.
- Einteilung nach Schulterhöhe: Small unter 35 cm, Medium ab 35 bis unter 45 cm, Large ab 45 cm. Ohne eingetragene Größe misst der Richter nach.
- Ein Start „Just for fun“ geht ohne Prüfungsunterlagen. Diese Teams werden nicht platziert. Ein Hund darf pro Prüfungstag meist nur einmal geführt werden.
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Platz und Aufbau
- Das Spielfeld ist im Regelfall rechteckig, eben, etwa 15 m mal 30 m groß, mit kurz gemähtem, sauberem Rasen.
- Das Tor liegt mittig an einer kurzen Seite, ist 3 m breit und 3 m tief und hinten offen. Bei Gefälle liegt es oben.
- Rundum steht eine Bande (Begrenzungswand) von mindestens 60 cm Höhe. Sie muss straff und ungefährlich sein, kein Ball darf darunter durchrollen.
- Bälle: glatte, leichte Gymnastikbälle, fest aufgepumpt. Mindestgrößen: klein 28 cm, mittel 42 cm, groß 53 cm. Die Ballgröße wählt der Hundeführer passend zum Hund.
- Die Bälle liegen auf Ringen von höchstens 7 cm Höhe, die nicht breiter als der Ball sein dürfen.
- Anzahl der Bälle je Lauf: 3 in Tb 0, Tb 1 und Senior, 6 in Tb 2, 8 in Tb 3.
- Größter Abstand der Bälle zum Tor in Metern (Small/Medium/Large): Tb 0 3/4/5, Tb 1 5/7/10, Tb 2 7/10/15, Tb 3 10/15/20, Senior 3/5/7.
- Zuschauer stehen mindestens 2 m vom Spielfeld entfernt, direkt hinter dem Tor sind 5 m frei zu halten.
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Ausrüstung am Hund
- Bis zum Start wird der Hund an einem normalen Halsband oder Geschirr aus dem Handel geführt. Erziehungshilfen und Zwangsmittel sind verboten.
- Beim Betreten des Tors ist der Hund angeleint. Vor dem Lauf kommen Leine, Halsband oder Geschirr ab und werden außer Sichtweite des Hundes verstaut.
- Kleine Hilfen am Hund, etwa Haargummi oder Zeckenhalsband, nur mit vorheriger Erlaubnis des Richters. Einen Anspruch darauf gibt es nicht.
- Sonstige Kleidung oder Schmuck am Hund ist in der Prüfung nicht erlaubt.
- Startet der Hund mit Halsband, Geschirr oder nicht erlaubter Hilfe, wird der Lauf abgebrochen.
- Läufige Hündinnen: Der Veranstalter darf ein Schutzhöschen vorschreiben.
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Was der Hundeführer darf
- Futter oder Spielzeug als Belohnung darf versteckt in einer Tasche am Körper sein. Ein sichtbarer Futterbeutel ist verboten.
- Im Tor darf jederzeit mit Futter belohnt werden, das sofort aus der Tasche gegeben wird. Spielzeug und Streicheln nur, solange der Hund angeleint ist.
- Den Hund berühren, um sich einen Vorteil zu verschaffen oder Druck auszuüben, ist im ganzen Prüfungsbereich verboten.
- Der Hundeführer bleibt im Tor und lenkt den Hund mit Hörzeichen (Worten) und Sichtzeichen (Gesten). Spielfeld und Torlinie darf er im Lauf nicht betreten.
- Bälle auf dem Spielfeld gehören dem Hund und sind tabu. Erst wenn ein Ball ganz über der Torlinie war, darf der Hundeführer ihn anfassen.
- Vor dem Lauf darf er das Spielfeld mit Erlaubnis kurz abgehen, ohne Bälle zu berühren und ohne zu trainieren.
- Der Richter kann verlangen, dass Trainingsschürzen oder Westen abgelegt werden. Das gilt dann für alle.
- Aus gesundheitlichen Gründen kann der Hundeführer bei der Anmeldung Hilfsmittel oder Anpassungen beantragen. Der Richter entscheidet.
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Ablauf und Bewertung
- Es gibt zwei Läufe in zwei von vier Varianten (Aufgabenformen): Classic, Shed, Fetch und Send. Der Richter gibt sie am Turniertag bekannt.
- Der Hund treibt die nummerierten Bälle der Reihe nach über die Torlinie ins Tor. Am Ende setzt oder legt er sich ganz im Tor ab.
- Die Zeit läuft, sobald der Hund mit den Vorderpfoten die Torlinie überquert. Zeitlimit: eine Minute je Ball, höchstens sechs Minuten.
- Höchstpunktzahl je Lauf ist die Zahl der Bälle mal zehn: 30 in Tb 0, Tb 1 und Senior, 60 in Tb 2, 80 in Tb 3.
- Fehler ziehen Punkte ab, zum Beispiel 10 für einen falschen Ball im Tor oder einen Ball aus dem Spielfeld. Je Ball zählen höchstens 10 Fehlerpunkte.
- Langsamer als die Standardzeit (Richtzeit des Richters): je angefangene 10 Sekunden ein Fehlerpunkt. In Senior gibt es keine Zeitfehler.
- Noten in Tb 0, Tb 1, Senior (Summe beider Läufe): Vorzüglich ab 54, Sehr gut ab 48, Gut ab 42, Bestanden ab 36. Tb 2 und 3 höher.
- Platziert wird nach der Summe beider Läufe. Bei Gleichstand entscheidet die schnellere Gesamtzeit.
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Disqualifikation und Abbruch
- Ein Lauf wird abgebrochen, wenn der Hund einen Ball absichtlich kaputt macht, sich selbst gefährdet oder aus Ungehorsam den Prüfungsbereich verlässt.
- Abbruch auch, wenn der Hundeführer zweimal zu früh startet, Druck auf den Hund ausübt, mit dem Richter diskutiert oder Futter falsch einsetzt.
- Wird das Zeitlimit überschritten, ist der Lauf ebenfalls beendet. Ein abgebrochener Lauf heißt „nicht bestanden“ und bringt keine Punkte.
- Ein Hund, der während der Veranstaltung Menschen oder Hunde beißt oder angreift, oder es versucht, wird sofort disqualifiziert und verliert alle Punkte.
- Ein solcher Hund muss vor dem nächsten Treibball-Start seine Verträglichkeit in einer geeigneten Prüfung nachweisen.
- Der Hundeführer wird disqualifiziert bei grober Einwirkung auf den Hund, Verstößen gegen den Tierschutz oder stark unsportlichem Verhalten, etwa zu viel Alkohol.
- Kann die Identität des Hundes nicht sicher festgestellt werden, wird er nicht bewertet und ist vom Turnier ausgeschlossen.
- Das Urteil des Richters ist endgültig. Videos zählen nicht als Beweis.
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Gesundheit und Tierschutz
- Training nur mit freundlichen Methoden ohne Stress und Gewalt. Leistungssteigerung durch Medikamente lehnt die Ordnung ab.
- Läufige Hündinnen dürfen starten, aber erst am Ende und sonst nicht in Spielfeldnähe. Der Prüfungsleiter muss vorher Bescheid wissen.
- Trächtige oder säugende Hündinnen sind ausgeschlossen. Sperrfristen regelt eine eigene Veröffentlichung des VDH.
- Kranke oder ansteckungsverdächtige Hunde dürfen nicht zur Veranstaltung, verletzte Hunde nicht ins Turnier.
- Doping ist verboten. Hunde mit Stoffen von der VDH Verbotsliste im Körper sind ausgeschlossen.
- Verletzt sich der Hund, zeigt deutlich Stress oder wirkt geschwächt, darf der Richter abbrechen, auch gegen den Willen des Hundeführers.
- Turniere nur, wenn Wetter, Sicherheit und Gesundheit von Mensch und Tier es zulassen. Bei starkem Wind kann der Richter die Zeit anhalten.
- Unbenutzte Bälle sind vor praller Sonne zu schützen. Bande, Ringe und Schilder dürfen den Hund nicht verletzen.
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Quelle: VDH-Prüfungsordnung Treibball (PO-TB) (gültig ab 01.01.2025), VDH
Gesetz: schmerzhafte Mittel
Beim Ausbilden, Erziehen und Trainieren sind Stachelhalsbänder und alle anderen Mittel verboten, die dem Hund Schmerzen bereiten. Das gilt für jeden Hund, auch außerhalb des Sports.
Unsere Zusammenfassung, mit Quelle, ohne Gewähr. Verbindlich sind immer die Ordnungen und Regeln der Verbände selbst. Fehler gefunden? Schreib uns: info@niri-solutions.com
