Ratgeber › Wasserarbeit
Wasserarbeit
Der Hund holt Gegenstände aus dem Wasser, bringt eine Leine ans Ufer oder zieht etwas an Land. Vorbild ist die Arbeit von Wasserrettungshunden. Geprüft wird nach der Prüfungsordnung Wasserarbeit des VDH.
Passt für: Hunde, die gern schwimmen, zum Beispiel Neufundländer, Landseer und Retriever.
Was du trainierst
Gehorsam & Schwimmen
- Folgen an der Leine
- Folgen ohne Leine
- Abrufen vom Ufer zum Boot
- Zeitschwimmen neben dem Hundeführer
- Distanzschwimmen hinter dem Boot
Quelle: Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 11; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 13; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 25; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 28; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 20
Apport
- Gegenstand tragen
- Apport vom Ufer geworfen
- Apport vom Boot geworfen
- Gegenstand vom Boot abholen
- Paddel apportieren
- Unterwasser-Apport (Tauchen)
- Postbeutel-Austausch
- Verlorene Objekte bergen
Quelle: Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 11; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 12; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 25; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 15; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 26; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 27
Rettung
- Boot ziehen
- Treibendes Boot bergen
- Puppe bergen
- Surfbrett und Mensch bergen
- Rettungsring zum Ertrinkenden
- Ertrinkenden bergen
- Regungslose Person bergen
Quelle: Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 13; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 15; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 12; Prüfungsordnung Wasserarbeit, S. 14
Regeln laut Prüfungsordnung
Wer darf starten
- Der Hund muss per Chip oder Tätowierung erkennbar sein. Halter und Hundeführer müssen Mitglied in einem VDH-Verband oder einer IRO-Organisation sein.
- Mindestalter: PPB-Diplom und A-Diplom 12 Monate, PP-Diplom und B-Diplom 15 Monate, PP1-Diplom, C-Diplom und Team-Arbeitsdiplome 18 Monate.
- D-Diplom und Internationales Diplom erst ab 24 Monaten.
- Für C-Diplom, PP1-Diplom und Team-Arbeitsdiplom braucht der Hund die bestandene Begleithundprüfung (BH/VT), der Hundeführer den Sachkundenachweis.
- Aufstieg der Reihe nach: B nur nach bestandenem A, C nach B, D nach C, PP1 nach PP, Team-Arbeitsdiplom Advance nach Team-Arbeitsdiplom, Internationales Diplom nach D.
- Jugendliche unter 18 Jahren brauchen die Unterschrift der Eltern auf der Anmeldung. Anmeldung schriftlich, Meldegebühr bezahlt.
- Ein Hundeführer darf höchstens zwei Hunde vorführen und nur bei einer Veranstaltung am Tag starten.
- Hunde aus dem Ausland brauchen mit ausländischem Leistungsnachweis keine deutsche Begleithundprüfung.
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Gewässer und Übungen
- Geprüft wird am Meer oder in Binnengewässern, nur bei Tageslicht. Gelände und Wasser müssen groß genug für alle Übungen sein.
- Die Bojen im Wasser sind mindestens so groß wie ein Fußball und fest verankert, damit sich kein Hund darin verfängt. Start- und Zielzone werden vorher festgelegt.
- Typische Strecken sind 25 und 50 Meter vom Ufer, beim Internationalen Diplom 30 und 50 Meter. Je nach Stufe werden ein oder zwei Boote mit Bootfahrern gebraucht.
- Helfer im Wasser spielen Ertrinkende (rufen um Hilfe) oder Bewusstlose (treiben regungslos). Sie tragen höchstens 5 mm dicke Handschuhe und keine Uhren.
- Traditionelle Stufen A bis D für schwere Wasserhunde: Leinenführigkeit, Gegenstände bringen, Boot und Surfbrett ziehen, Puppe und Menschen retten.
- Potpourri-Stufen PPB, PP und PP1 für kleinere Hunde: Dummy bringen, Tauchen nach Gegenständen, Postbeutel tauschen, Fischernetz bringen, Schwimmen neben dem Hundeführer.
- Team-Arbeitsdiplom und Advance: Hund und Mensch retten gemeinsam, dazu Verhalten am Badestrand und Ausdauerschwimmen hinter dem Boot (200 Meter oder 10 Minuten).
- Beim D-Diplom und beim Internationalen Diplom werden die Übungen ausgelost. Das Internationale Diplom hat 1 Übung an Land und 4 im Wasser.
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Ausrüstung am Hund
- Jeder Hund trägt während der ganzen Prüfung ein Wasserarbeitsgeschirr, also ein festes Geschirr mit Griffringen.
- Eine Rettungsweste zählt nicht als Geschirr. Ausnahme sind die Team-Arbeitsdiplome, dort ist bei einigen Übungen sogar nur die Weste erlaubt.
- Ein Halsband trägt der Hund nur beim Folgen an der Leine. Es muss geschlossen sein, darf nicht zu eng sitzen und nicht herunterhängen.
- Bei allen anderen Übungen trägt der Hund kein Halsband.
- Verboten sind Erziehungshilfen wie Stachelhalsbänder oder Würgehalsbänder ohne Stopp.
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Was der Hundeführer darf
- Der Hundeführer trägt einen Neoprenanzug. Geht das nicht, muss er am Wasser eine Rettungsweste tragen.
- Er startet am Ufer. Er darf ins Wasser gehen, bis der Hund schwimmen muss, das kostet aber Punkte.
- Zu viel Hilfe beim Start wird bestraft. Wer den schwimmenden Hund anfasst, wird ebenfalls bestraft. Erst wenn der Hund mit allen 4 Pfoten an Land steht, darf er helfen.
- Futter oder Spielzeug zur Motivation dürfen bei der Vorführung nicht mitgeführt oder benutzt werden, sonst droht Disqualifikation.
- Bei den Team-Arbeitsdiplomen darf der Hundeführer die ganze Übung über mit dem Hund sprechen.
- Kritik am Richter ist nicht erlaubt und kann zum Ausschluss führen. Wer eine Übung nicht beginnen will, gilt als ausgeschieden.
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Ablauf und Bewertung
- Höchstpunkte: A, B, PPB und PP je 200, C, D, PP1 und Team-Arbeitsdiplom je 250, Advance 350, Internationales Diplom 100.
- Bestanden ist, wer mindestens 60 Prozent der möglichen Punkte erreicht. Der Richter darf auch halbe Punkte geben.
- Noten: Vorzüglich ab 90 Prozent, Sehr gut ab 80, Gut ab 70, Befriedigend ab 60 Prozent.
- Jede Übung darf zweimal versucht werden, der zweite Versuch zählt nur zur Hälfte. Bei Team-Arbeitsdiplomen und Internationalem Diplom gibt es nur einen Versuch.
- Nur ein Diplom pro Tag. Wiederholen zur Verbesserung ist an anderen Tagen erlaubt. Nach einem höheren Diplom ist keine niedrigere Stufe mehr möglich.
- Eine Prüfung findet nur mit mindestens 8 Teams statt. Die Teilnahme an der Siegerehrung ist Pflicht.
- Das Urteil des Richters gilt und kann nicht angefochten werden. Er nennt das Ergebnis sofort mit kurzer Begründung.
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Disqualifikation und Abbruch
- Disqualifikation bei Wesensmängeln, Verstößen gegen den Tierschutz oder die guten Sitten und bei stark unsportlichem Verhalten, zum Beispiel Alkohol oder Futter bei der Vorführung.
- Auch wenn der Hund die Anforderungen technisch nicht schaffen kann, wird disqualifiziert.
- Bei einer Disqualifikation verliert das Team alle Punkte der ganzen Veranstaltung.
- Ist ein Hund unverträglich mit Menschen oder Hunden, folgt sofort die Disqualifikation. Vor dem nächsten Start muss er die Begleithundprüfung erneut bestehen.
- Abbruch wegen Ungehorsam, wenn der Hund den Platz verlässt oder auf dreimaliges Rufen nicht zurückkommt. Dann zählen die bisherigen Punkte dieser Prüfung nicht.
- Zwei Übungen mit 0 Punkten führen zum Abbruch, außer bei Team-Arbeitsdiplomen und Internationalem Diplom.
- Wer der Siegerehrung ohne Erlaubnis fernbleibt, kann nachträglich disqualifiziert werden.
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Gesundheit und Tierschutz
- Trächtige oder säugende Hündinnen sowie kranke, verletzte oder ansteckungsverdächtige Hunde dürfen nicht teilnehmen. Im Zweifel entscheidet der Tierarzt.
- Läufige Hündinnen starten am Ende des Tages und bleiben bis dahin abseits. Die Läufigkeit muss spätestens 1 Tag vorher gemeldet werden.
- Gefährdet das Wetter Mensch oder Hund, kann der Richter die Prüfung ganz oder teilweise aussetzen.
- Ein Arzt und ein Tierarzt müssen bei Bedarf erreichbar sein.
- Ist der Hund verletzt, krank oder zu erschöpft, darf der Richter auch gegen den Willen des Hundeführers abbrechen. Gleiches gilt für sichtlich zu alte Hunde.
- Der Hund muss am Prüfungstag frei von allen Stoffen der Dopingliste des VDH sein.
- Der Hund soll Helfer im Wasser vorsichtig behandeln: nicht bedrängen, nicht überschwimmen, den Arm nur so fest wie nötig fassen.
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Quelle: Prüfungsordnung Wasserarbeit (gültig ab 01.04.2026), VDH
Gesetz: schmerzhafte Mittel
Beim Ausbilden, Erziehen und Trainieren sind Stachelhalsbänder und alle anderen Mittel verboten, die dem Hund Schmerzen bereiten. Das gilt für jeden Hund, auch außerhalb des Sports.
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