Dummytraining
Statt Wild bringt der Hund Stoffbeutel (Dummys). Er merkt sich, wo etwas fällt, oder du schickst ihn auf Zeichen dorthin. Wie gemacht für Retriever, also auch für den Labrador.
Passt für: Retriever, Spaniel und alle, die gern tragen.
Einstieg ins Dummytraining: Apportieren mit PlanBeim Dummytraining stellt man jagdliche Apportiersituationen nach, ganz ohne Wild. Hier steht, was die Prüfungsordnung des Deutschen Retriever Clubs verlangt und was du zum Start wirklich brauchst.Was du trainierst
Markieren
- Einzelmarkierung Land
- Einzelmarkierung Wasser
- Doppelmarkierung
- Walk-Up (Standruhe mit Markieren)
- Appell und Memory
Einweisen & Suche
- Verlorensuche
- Einweisen (Blind)
- Einweisen ins Suchengelände
Standruhe & Gehorsam
- Standtreiben
- Standruhe (Steadiness)
- Bei Fuß gehen
- Abgabe in die Hand
- Schussfestigkeit
Regeln laut Prüfungsordnung
Wer darf starten
- Zugelassen sind Jagdhunde aus dem VDH-Zuchtbuch oder einem von der FCI anerkannten Zuchtbuch, die am Prüfungstag mindestens 10 Monate alt sind.
- Am Prüfungstag muss die Original-Ahnentafel (Abstammungsnachweis) oder alle Leistungshefte vorliegen. Die Identität des Hundes muss zweifelsfrei feststehen.
- Es gibt zwei Formen: die Dummyprüfung mit festen Aufgaben und den Workingtest (WT) mit frei gestalteten Aufgaben.
- Beide gibt es in drei Klassen: Anfänger, Fortgeschrittene und Offene Klasse.
- Anfängerklasse der Dummyprüfung: keine Vorleistung nötig. Für die Anfängerklasse im Workingtest braucht der Hund eine bestandene Anfänger-Dummyprüfung oder eine gleichwertige Prüfung.
- Aufstieg in die nächste Klasse nur mit mindestens "Sehr gut" in der Klasse davor. Nach Bestehen ist ein Wechsel zurück in eine niedrigere Klasse nicht möglich.
- Im Anhang steht eine Liste gleichwertiger Prüfungen anderer Vereine und Länder, die als Zulassung zählen.
- Eine Prüfung findet nur statt, wenn in jeder angebotenen Klasse mindestens 3 Hunde starten. Für die Meldung wird Nenngeld (Startgebühr) fällig.
Aufgaben und Gelände
- Gearbeitet wird nur mit grünen Standard-Dummies (ca. 500 g, Apportiersäckchen) ohne Fell oder Federn. Jeder Teilnehmer bringt mindestens 3 Dummies mit.
- Geschossen wird mit 6 mm Schreckschussmunition. Wird ein Dummy sichtbar geworfen, fällt vorher ein Schuss.
- Höchste Entfernung eines Apports (Bringens): Anfänger nicht mehr als 50 m, Fortgeschrittene nicht mehr als 80 m, Offene Klasse je nach Gelände und Wetter.
- Anfänger: Markierung (Hund sieht den Wurf) an Land und im Wasser, Verlorensuche mit 3 bis 5 versteckten Dummies bis 20 m, Appell und Memory beim gemeinsamen Gehen.
- Fortgeschrittene: Doppelmarkierung mit mindestens einem Dummy im oder jenseits von Wasser, Suche nach 5 Dummies, Einweisen (Hund wird per Zeichen zu einem unsichtbaren Dummy gelenkt).
- Fortgeschrittene und Offene Klasse: Walk-Up, eine Reihe von 3 bis 6 Gespannen läuft durchs Gelände, höchstens 4 Gespanne je Richter, Hunde unangeleint.
- Offene Klasse: Doppelmarkierung, Standtreiben mit mindestens 10 Dummies für zwei Gespanne, Einweisen über Gräben, Hecken oder Wasser in dichte Deckung.
- Workingtest: Aufgaben frei gestaltet, Schwierigkeit nach Klasse. Laut abgedrucktem FCI-Text mindestens fünf Aufgaben, Schütze höchstens etwa 35 m vom Dummy.
Ausrüstung am Hund
- Bei der Dummyprüfung müssen alle Hunde mit einer tierschutzgerechten Halsung (Halsband) geführt werden.
- Jede Aufgabe beginnt, wenn der Richter zum Ableinen auffordert, und endet, wenn der Hund auf seine Aufforderung wieder angeleint wird.
- Beim Arbeiten, beim Walk-Up und beim freiwilligen Schusstest ist der Hund nicht angeleint.
- Im abgedruckten FCI-Text für Workingtests steht dagegen: Während der Arbeit darf kein Hund ein Halsband tragen, auch nicht bei den Anfängern.
Was der Hundeführer darf
- Der Hundeführer darf vor jeder Aufgabe Fragen an die Richter stellen.
- Den Hund erst losschicken, wenn der Richter es anweist. Den Anordnungen von Sonderleiter (Prüfungsleitung vor Ort), Richtern und Ordnern ist zu folgen.
- Bei der Verlorensuche darf er sich an der Grundlinie des Suchgebiets bewegen und dem Hund Kommandos geben, damit er im Gebiet bleibt.
- Bei der Doppelmarkierung der Fortgeschrittenen wählt der Führer die Reihenfolge selbst und sagt sie dem Richter. In der Offenen Klasse bestimmt der Richter sie.
- Beim Standtreiben sammelt der Führer Dummies in seiner Nähe auf Aufforderung selbst ein, der Hund wartet dabei auf seinem Platz.
- Lautes Einwirken auf den Hund gilt als schwerer Fehler. Gelobt wird, wer mit wenig Hilfe auskommt.
- Der Veranstalter kann festlegen, dass jeder Führer nur einen Hund führen darf. In einem Team darf jeder nur einen Hund führen.
Ablauf und Bewertung
- Jede Aufgabe bringt höchstens 20 Punkte. Mit einem schweren Fehler höchstens 12, mit mehr als einem schweren Fehler höchstens 4 Punkte.
- Positiv zählen unter anderem Arbeitsfreude, Ruhe am Stand, gutes Merken der Fallstelle, Nase, Gehorsam, Lenkbarkeit und schnelles Bringen in die Hand.
- Schwere Fehler sind zum Beispiel schlechter Gehorsam beim Rückruf, Unruhe, zu große Abhängigkeit vom Führer, langsames Arbeiten und Dummy nicht in die Hand geben.
- Null Punkte etwa für Einspringen (Start ohne Kommando), Winseln, Bellen, Schussscheue, Wasserverweigerung, Dummy tauschen oder stark zerkauen. Weiterarbeiten ist erlaubt.
- Dummyprüfung (höchstens 80 Punkte): 0 bis 40 nicht bestanden, 41 bis 52 bestanden, 53 bis 64 gut, 65 bis 75 sehr gut, 76 bis 80 vorzüglich.
- Workingtest in Prozent: 0 bis 50 nicht bestanden, 51 bis 64 bestanden, 65 bis 80 gut, 81 bis 90 sehr gut, 91 bis 100 vorzüglich. Grenzen sind verschiebbar.
- Eine Aufgabe mit 0 Punkten oder höchstens die Hälfte der Gesamtpunkte bedeutet: nicht bestanden.
- Das Ergebnis wird in Leistungsheft oder Ahnentafel eingetragen, bei Workingtests auch die Plätze eins bis vier.
Disqualifikation und Abbruch
- Sofortiges Ende der Prüfung bei Aggressivität gegen Hunde oder Menschen und bei körperlicher Einwirkung des Führers auf den Hund.
- Ausschluss möglich, wenn bei der Meldung bewusst falsche Angaben gemacht wurden oder der Hund beim Aufruf nicht da ist. Das Nenngeld ist dann verloren.
- Ebenso, wenn der Hund unaufgefordert frei auf dem Gelände herumläuft.
- Wer sich Anordnungen widersetzt oder sich ungebührlich benimmt, kann vom Sonderleiter oder Richter ausgeschlossen werden.
- Ein Hund mit einem Null-Punkte-Fehler oder einem ausscheidenden Fehler kann im Workingtest nicht platziert werden.
- Der abgedruckte FCI-Text nennt zusätzlich das Durchlöchern des Dummys als Grund zum Ausscheiden. In der DRC-Liste führt starkes Knautschen nur zu null Punkten.
Gesundheit und Tierschutz
- Läufige (heiße) Hündinnen müssen dem Sonderleiter gemeldet werden. Sie dürfen nur in der Anfängerklasse und nach Absprache als letzte starten.
- Wer die Läufigkeit bewusst verschweigt, kann mit seiner Hündin ausgeschlossen werden.
- Ausgeschlossen werden können trächtige Hündinnen ab vier Wochen nach dem Decken und säugende Hündinnen bis acht Wochen nach der Geburt.
- Im abgedruckten FCI-Text für Workingtests dürfen läufige Hündinnen gar nicht aufs Prüfungsgelände.
- Strafen oder grobes Behandeln des Hundes ist verboten und führt zum Ausschluss.
- Veranstalter und Richter müssen auf die Sicherheit der Hunde achten und dürfen keine gefährlichen Hindernisse verlangen.
- Entfernungen werden an Gelände und Wetter angepasst.
Quelle: Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies für Retriever (APD/R) (gültig ab Fassung vom 11.07.2009, zuletzt geändert am 03.09.2022), DRC (Deutscher Retriever Club e. V.)
Gesetz: schmerzhafte Mittel
Beim Ausbilden, Erziehen und Trainieren sind Stachelhalsbänder und alle anderen Mittel verboten, die dem Hund Schmerzen bereiten. Das gilt für jeden Hund, auch außerhalb des Sports.
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