Einstieg ins Dummytraining: Apportieren mit Plan
Worum es geht
Ein Dummy ist ein festes, grünes Säckchen aus Stoff. Der Hund soll es finden und dir zuverlässig in die Hand bringen. Die Idee stammt aus England: Dort wurden Mitte des 20. Jahrhunderts Dummys statt Wild in der Retrieverausbildung eingesetzt, daraus entstanden die Working Tests.
Dummyarbeit stellt jagdliche Situationen nach und hält die Apportieranlagen eines Retrievers auch außerhalb der Jagdzeit in Form. Geübt werden drei Grundaufgaben: die Markierung, bei der der Hund den Wurf sieht, die Verlorensuche, bei der er versteckte Dummys selbst finden muss, und das Einweisen, bei dem du ihn per Zeichen zu einem Dummy lenkst, das er nicht gesehen hat.
Für welche Hunde
Die Prüfungsordnung des Deutschen Retriever Clubs ist auf Retriever zugeschnitten. Zu den Prüfungen zugelassen sind Jagdhunde, die im VDH-Zuchtbuch oder in einem von der FCI anerkannten Zuchtbuch eingetragen sind. Am Prüfungstag musst du die Original-Ahnentafel oder alle Leistungshefte vorlegen.
Wichtig zu wissen: Diese Zulassungsregel gilt für Prüfungen nach dieser Ordnung. Ob andere Vereine Hunde ohne Papiere zu eigenen Veranstaltungen zulassen, regelt jeder Veranstalter selbst. Frag im Zweifel direkt nach.
Ab wann
Für eine Prüfung muss der Hund am Prüfungstag mindestens 10 Monate alt sein. Beim Working Test gibt es eine Schnupperklasse, die sich vor allem an unerfahrene Hundeführer und junge Hunde richtet. Dort geht es nicht um Leistung, sondern um erste Prüfungserfahrung.
Die ersten Wochen
Der DRC nennt die Grundlagen, die in der Anfängerklasse geprüft werden. Genau daran orientierst du dein Training:
- Standruhe: ruhig warten, auch wenn ein Dummy fällt
- Fußarbeit: eng und aufmerksam neben dir gehen
- Gehorsam und ein sicherer Rückruf
- sicheres Apportieren bis in die Hand
- Markieren und Merken der Fallstelle
- engräumiges Suchen
Was die Prüfung von Anfängern verlangt
Die Dummyprüfung der Anfängerklasse hat feste Aufgaben. Die Apporte sollen nicht weiter als 50 Meter sein und werden an Gelände und Wetter angepasst. Vor jedem sichtbaren Wurf fällt ein Schuss aus einer Schreckschusswaffe, dein Hund sollte also schussfest sein.
- Einzelmarkierung an Land
- Einzelmarkierung im Wasser, in einem Gewässer, in dem der Hund schwimmen muss
- Verlorensuche mit 3 bis 5 versteckten Dummys, kein Apport weiter als 20 Meter
- Appell und Memory: gemeinsames Gehen mit dem Richter, zwei Schüsse, ein Dummy, der Hund muss sich die Fallstelle merken
Typische Fehler
Die Ordnung unterscheidet schwere Fehler und Fehler, die zu null Punkten führen. Wer sie kennt, weiß, worauf er im Training achten muss.
- Einspringen, also losrennen ohne Kommando: null Punkte.
- Winseln oder Bellen: null Punkte.
- Dummys tauschen oder stark zerkauen: null Punkte.
- Wasser verweigern: null Punkte.
- Dummy nicht in die Hand geben, langsames Arbeiten, schlechter Rückruf: schwerer Fehler.
- Lautes Einwirken des Hundeführers: schwerer Fehler.
- Körperliches Einwirken auf den Hund: sofortiges Ende der Prüfung.
Der Weg zur ersten Prüfung
Es gibt zwei Formen: die Dummyprüfung mit festen Aufgaben und den Working Test mit frei gestalteten Aufgaben. Beide laufen in drei Klassen: Anfänger, Fortgeschrittene, Offene Klasse.
Für die Anfängerklasse der Dummyprüfung brauchst du keine Vorleistung. Für die Anfängerklasse im Working Test brauchst du eine bestandene Anfänger-Dummyprüfung oder eine gleichwertige Prüfung. Aufsteigen kannst du nur mit mindestens "Sehr gut" in der Klasse davor, und zurück in eine niedrigere Klasse geht es nach dem Bestehen nicht.
Jede Aufgabe bringt höchstens 20 Punkte, die Dummyprüfung also höchstens 80. Ab 41 Punkten ist sie bestanden. Eine Aufgabe mit null Punkten bedeutet aber: nicht bestanden. Läufige Hündinnen musst du melden, sie starten nur in der Anfängerklasse und als letzte.
Deine Ausrüstung
In der Prüfung wird nur mit grünen Standard-Dummys ohne Fell oder Federn gearbeitet. Du bringst mindestens drei mit.
Worauf achten: Trainiere mit dem Gewicht und der Form, die in der Prüfung verlangt werden.
Gehört laut DRC zur Minimalausrüstung für einen Working Test. Lautes Rufen gilt dagegen als schwerer Fehler.
Worauf achten: Das Band hält sie griffbereit.
Vom DRC als Minimalausrüstung genannt. Zwischen den Aufgaben ist der Hund angeleint, gearbeitet wird ohne Leine.
Worauf achten: Der Stopp muss so sitzen, dass die Schlinge nicht würgt. Schmerzhafte Mittel sind im Training verboten. Jeder Hund muss mit einer tierschutzgerechten Halsung geführt werden. Gilt fürs Dummytraining: In Rally Obedience, Turnierhundsport und Canicross sind Moxonleinen nicht erlaubt.
Laut DRC Teil der Minimalausrüstung, damit du die Dummys bei dir trägst.
Worauf achten: Sie muss mindestens drei Dummys fassen.
Ebenfalls auf der Liste des DRC.
Worauf achten: Wasserarbeit gehört schon in der Anfängerklasse dazu.
Quellen
- DRC: Ordnung für Arbeitsprüfungen mit Dummies für Retriever (APD/R), Fassung 11.07.2009, geändert 03.09.2022, S. 2 bis 7
- DRC: Das Leistungswesen (Dummyarbeit, Working Test, Schnupperklasse, Anfängerklasse, Minimalausrüstung)
- Tierschutz-Hundeverordnung § 2 Abs. 5
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