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Einstieg in Rally Obedience: Was du wirklich brauchst

Rally Obedience · Stand 20.10.2026

Rally Obedience ist Unterordnung mit Gespräch. Ihr lauft einen Parcours aus Schildern ab, und du darfst deinen Hund die ganze Zeit ansprechen und loben. Hier steht, was du für den Anfang brauchst und was im Turnier gilt.

Worum es geht

Auf dem Platz stehen nummerierte Schilder. Jedes Schild sagt dir, was zu tun ist und wohin es weitergeht. Du nimmst deinen Hund bei Fuß und arbeitest die Stationen der Reihe nach ab, möglichst genau.

Typische Aufgaben sind Sitz, Platz und Steh, Wendungen und Drehungen, Slalom um Pylonen (kleine Kegel), Sprünge über eine Hürde, Bleib- und Abrufübungen. Eine Besonderheit: Ihr geht an gefüllten Futterschalen vorbei, und dein Hund bedient sich nicht.

Das Besondere gegenüber klassischer Unterordnung: Feste Kommandos gibt es nicht. Du darfst mit deinem Hund reden, ihn loben, in die Hände klatschen oder auf die Beine klopfen. Das zählt nicht als Kommando. Nur zusätzliche Signale, die eine Übung korrigieren sollen, kosten Punkte.

Für welche Hunde und Menschen

Im Turnier muss dein Hund mindestens 15 Monate alt sein. Für ältere Hunde gibt es eine eigene Seniorenklasse: große Hunde ab 55 cm Widerristhöhe (Schulterhöhe) ab 6 Jahren, kleinere ab 8 Jahren. Wer einmal dort gestartet ist, bleibt dort.

Hunde mit Behinderung dürfen starten, solange sie keine Schmerzen oder Unwohlsein zeigen. Menschen im Rollstuhl, mit Gehhilfe oder motorisiertem Fahrzeug sind ausdrücklich eingeladen. Die nötige Anpassung des Parcours beantragst du mit der Anmeldung, spätestens 14 Tage vor dem Turnier.

Starten dürfen Erwachsene und Jugendliche von 8 bis 18 Jahren. Bei Jugendlichen unterschreiben die Eltern die Anmeldung.

Was du für den Start brauchst

Diese Punkte prüft der Veranstalter.

Die ersten Wochen

Fang mit den Beginner-Schildern an. Aus genau diesen Schildern wählt der Richter in der Einstiegsklasse. Dazu gehören Halt, Halt mit Platz, Wendungen nach rechts und links, Kehrtwendungen, Tempowechsel, Spiralen, ein einfacher Slalom und die Figur 8.

Trainiere von Anfang an so, wie es im Turnier gilt. Die Leine muss in Fußposition locker durchhängen, Zug kostet Punkte. Belohnen darfst du nur am Ende einer Übung, bei der ihr beide stillsteht. Füttern oder Streicheln an anderer Stelle kostet 10 Punkte.

Trag das Futter schon im Training in der Jacken- oder Hosentasche. Ob dein Hund nur mit sichtbarer Futtertasche arbeitet, merkst du besser dort als auf dem Platz.

Typische Fehler

Diese Abzüge treffen Einsteiger oft.

Der Weg zum ersten Turnier

Du startest in der Klasse Beginner. Der Parcours hat 15 bis 18 Schilder, du darfst mit oder ohne Leine laufen. Vor deiner Klasse gehst du 10 Minuten ohne Hund durch den Parcours und kannst dem Richter Fragen stellen.

Am Start hast du 30 Sekunden zur Vorbereitung. Jedes Team beginnt mit 100 Punkten, pro Übung werden höchstens 10 abgezogen. Ab 90 Punkten heißt das Ergebnis Vorzüglich, ab 80 Sehr gut, ab 70 Gut, ab 60 Bestanden. Bei gleicher Punktzahl entscheidet die schnellere Zeit.

In die nächste Klasse steigst du auf, wenn ihr einmal mindestens 90 Punkte oder dreimal mindestens 70 Punkte schafft. Ab Klasse 2 lauft ihr immer ohne Leine.

Ab 2027 gilt ein neues Regelwerk

Für 2027 liegt ein neues VDH-Regelwerk vor, das ab dem 01.01.2027 gelten soll. Die Grundidee bleibt, einiges ändert sich. Prüfe vor deinem ersten Turnier, welche Fassung der Veranstalter ausschreibt.

Deine Ausrüstung

Halsband oder Brustgeschirr

Erlaubt ist ein handelsübliches Halsband oder Geschirr, das dem Hund nicht schadet. Es wird vor dem Start am Hund kontrolliert.

Worauf achten: Das Halsband muss geschlossen etwas weiter sein als der Hals. Keine Metallketten. Stachelhalsbänder und andere schmerzhafte Mittel sind in Deutschland im Training ohnehin verboten. Ab 2027 auch keine Modelle mit Haltegriff.

Normale Führleine

In Beginner, Klasse 1 und Senioren darfst du angeleint laufen.

Worauf achten: Keine Rollleine (Flexileine) und keine Moxonleine, also keine Leine mit eingebauter Schlinge. Beide sind verboten.

Jacke oder Hose mit Taschen

Futter darf nur in Jacken- oder Hosentaschen stecken. Vor der Startlinie muss es unsichtbar verstaut sein.

Worauf achten: Bauchtasche, Gürteltasche und Trainingsschürze sind im Turnier verboten. Gewöhn deinen Hund schon im Training an die Taschenlösung.

Pylonen in zwei Größen

Slalom, Spiralen und Figur 8 laufen um Pylonen. Im Turnier stehen kleine von 25 bis 35 cm und große von 40 bis 55 cm Höhe.

Worauf achten: Übe mit beiden Höhen, dann kennt dein Hund das Bild aus dem Turnier.

Offene, verstellbare Hürde

Sprungübungen kommen ab Klasse 2 dazu, für den Einstieg brauchst du sie noch nicht. Die Höhe richtet sich nach der Schulterhöhe des Hundes, nach dem bis Ende 2026 gültigen Regelwerk 10, 20, 30 oder 40 cm.

Worauf achten: Nur offene, standfeste Hürden mit 1 bis 1,5 m Breite. Ab 2027 sind höchstens 30 cm vorgesehen.

Futterschalen mit Abdeckung

Für die Übung, bei der der Hund am Futter vorbeigehen muss. Im Turnier sind die Schalen abgedeckt, der Hund sieht und riecht das Futter, kommt aber nicht heran.

Worauf achten: Die Abdeckung muss sicher halten. Beißt der Hund im Turnier in eine Schale oder wirft sie um, gibt es keine Bewertung.

Quellen

Rally Obedience: Übungen und RegelnAlles, was die Prüfungsordnung sagt, mit Seitenangaben

Unsere Zusammenfassung, mit Quelle, ohne Gewähr. Verbindlich sind immer die Ordnungen und Regeln der Verbände selbst. Fehler gefunden? Schreib uns: info@niri-solutions.com