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Einstieg in den Turnierhundsport: Vierkampf, Dreikampf, Geländelauf und mehr

Turnierhundsport (THS) · Stand 20.10.2026

Turnierhundsport ist Leichtathletik mit Hund. Du läufst selbst mit, über Hürden, durch den Slalom und ins Gelände. Hier steht, wie du einsteigst und welche Ausrüstung für Hund und Mensch erlaubt ist.

Worum es geht

Im Turnierhundsport, kurz THS, sind Hund und Mensch ein Team, und beide müssen laufen. Die VDH-Prüfungsordnung nennt das ausdrücklich Leichtathletik mit Hund. Für den Einstieg sind drei Disziplinen besonders interessant.

Der Vierkampf besteht aus Gehorsam und drei Sprints: Hürdenlauf, Slalomlauf und Hindernislauf. Der Geländelauf ist ein Lauf über Feld- und Waldwege, bei dem dein Hund mit dir über eine Leine verbunden ist. Der Combinations-Speed-Cup, kurz CSC, ist eine Staffel aus drei Teams, die die drei Sprints des Vierkampfs hintereinander laufen.

Wer starten darf

Dein Hund muss mindestens 15 Monate alt sein, per Chip oder Tätowierung erkennbar, gegen Tollwut geimpft und haftpflichtversichert. Du und der Eigentümer des Hundes müssen Mitglied in einem Verein sein, der zum VDH gehört. Die Ergebnisse werden in einen Leistungsnachweis eingetragen, den dein Verband ausstellt.

Ohne Mitgliedschaft kannst du bei regionalen Turnieren in sogenannten Fun-Klassen reinschnuppern, zum Beispiel im Geländelauf, im Dreikampf oder im Hindernislauf. Dann wird nichts in einen Leistungsnachweis eingetragen.

Für den Geländelauf gibt es zusätzliche Altersgrenzen. Kinder laufen ab 6 Jahren die Sprintstrecke, ab 8 die Kurzstrecke und ab 11 die Langstrecke. Auf Strecken über 5 km muss der Hund mindestens 18 Monate alt sein, und er läuft an einem Wettkampftag insgesamt höchstens 8 km.

Vor dem ersten Start: die Vorprüfungen

Jeder Hund legt einmal eine Verträglichkeitsprüfung ab. Dabei prüft der Richter außerhalb des Platzes, wie dein Hund auf Begegnungen reagiert. Punkte gibt es nicht, nur bestanden oder nicht bestanden.

Für den Vierkampf kommt eine eigene Vorprüfung dazu. Sie entspricht dem Gehorsamsteil aus Vierkampf 1. Für den Geländelauf gibt es die Vorprüfung CaniCross: drei von acht Aufgaben, etwa eine Begegnung mit einem anderen Team auf dem Weg, Wenden um eine Pylone oder an einem bellenden Hund vorbeilaufen.

Hat dein Hund schon die Begleithundprüfung mit Verhaltenstest (BH/VT), wird sie statt dieser Vorprüfungen anerkannt.

Vierkampf: Gehorsam und drei Sprints

Im Gehorsam von Vierkampf 1 gibt es höchstens 60 Punkte: Leinenführigkeit 15, Freifolge 20, Sitz mit Abholen 10, Ablegen mit Herankommen 15. Die Hörzeichen sind kurze Ein-Wort-Befehle, die immer gleich klingen müssen. Loben darfst du nur in der Grundstellung nach einer Übung, Spielen zwischen den Übungen ist nicht erlaubt.

Die Sprints laufen ohne Leine. Im Hürdenlauf von Klasse 1 sind es 60 m mit vier Hürden von 30 cm Höhe, der Hund läuft dicht links neben dir. In Klasse 1 darfst du neben den Hürden herlaufen, ab Klasse 2 springst du mit. Ausnahme: ab dem Jahr, in dem du 61 wirst.

Jede Sekunde Laufzeit und jeder Fehlerpunkt wird von einem Startwert abgezogen, die höchste Endpunktzahl gewinnt.

CSC: die Staffel

Drei Menschen mit drei verschiedenen Hunden laufen nacheinander je eine von drei Sektionen. Die Sektionen setzen sich aus den Elementen von Slalom-, Hürden- und Hindernislauf zusammen. Die Hunde laufen frei, du läufst rechts parallel zu den Hindernissen mit. In Sektion 2 springt ihr gemeinsam über drei Hürden von 30 cm. Gelaufen werden zwei Durchgänge.

Ein Frühstart wird einmal wiederholt, ein zweiter bedeutet das Aus für die ganze Mannschaft. Eine ausgelassene Wendestange kostet 10 Fehlersekunden.

Geländelauf: der einfachste Einstieg

Laut Prüfungsordnung eignet sich der Geländelauf für alle Hunde, die Spaß daran haben, mit dir zu joggen oder zu walken. Walken ist ausdrücklich erlaubt. Dein Hund gibt das Tempo vor und läuft vor oder neben dir.

Die Strecken heißen Sprint (400 bis 1000 m), Kurz (bis 4000 m) und Lang (bis höchstens 8000 m). Wenn du überholst, rufst du deutlich "Trail". Kopfhörer sind verboten. Ziehst du deinen Hund hinter dir her, weil er nicht mehr will oder kann, wirst du aus dem Rennen genommen. Kann er nicht weiter, endet der Lauf, tragen ist nicht erlaubt.

Bei Hitze darf der Richter kürzen. Über 15 Grad im Schatten kann die Langstrecke wegfallen, über 20 Grad sind höchstens 2000 m erlaubt.

Weitere Disziplinen: Dreikampf, Sprint-Vierkampf, Hindernislauf, Shorty

Neben dem Vierkampf, dem CSC und dem Geländelauf kennt die Prüfungsordnung noch weitere Disziplinen. Sie eignen sich gut als Ergänzung oder als Einstieg ohne Gehorsamsteil.

Typische Fehler

Viele Fehler im ersten Turnier haben mit Gewohnheiten aus dem Training zu tun.

Deine Ausrüstung

Einfaches Halsband

Im Gehorsam und in den Sprints ist nur ein Halsband erlaubt, das locker sitzt und sich nicht zuzieht.

Worauf achten: Keine Hundemarke, kein Adressröhrchen, keine Anhänger. Ein zusätzliches Insektenschutzhalsband ist erlaubt. Würge-, Stachel-, Strom- und Druckluft-Halsbänder sind auf dem ganzen Gelände verboten, schmerzhafte Mittel im Training ohnehin.

Kurze Führleine bis 1,20 m

Im Gehorsam hast du sie die ganze Zeit dabei, bei frei folgendem Hund umgehängt oder in der Tasche.

Worauf achten: Höchstens 1,20 m. Im Gehorsam ist eine Handschlaufe erlaubt, bei den angeleinten Sprints keine zusätzlichen Schlaufen, Haken oder Ösen. Keine Moxonleine, also keine Leine mit eingebauter Schlinge.

Gepolstertes Zuggeschirr

Für den Geländelauf ist es vorgeschrieben, wenn der Hund im Geschirr läuft.

Worauf achten: Es darf Atmung und Bewegung nicht einschränken. Anti-Zug-Geschirre, Maulkorb und Kopfhalter sind nicht erlaubt.

Ruckdämpferleine bis 2,50 m

Sie verbindet Hund und Mensch im Geländelauf und federt harte Rucke ab.

Worauf achten: Höchstens 2,50 m, voll gedehnt gemessen. Keine Rollleine.

Bauchgurt

Über den Bauchgurt bist du im Geländelauf mit der Leine verbunden und hast die Hände frei.

Worauf achten: Im Geländelauf darfst du die Leine statt am Bauchgurt auch in der Hand führen.

Sportkleidung und Laufschuhe ohne Wechselspikes

Sportliche Kleidung ist Pflicht.

Worauf achten: Schuhe mit auswechselbaren Spikes oder Stollen sind verboten.

Hundeschuhe (Booties), nur bei Bedarf

Im Geländelauf erlaubt, aber keine Pflicht.

Worauf achten: Nur passende Schuhe und immer paarweise, also beide Vorder- oder beide Hinterpfoten. Kühlwesten und Wärmemäntel sind im Rennen nicht erlaubt.

Quellen

Turnierhundsport (THS): Übungen und RegelnAlles, was die Prüfungsordnung sagt, mit Seitenangaben

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