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Turnierhundsport (THS)
Beim Vierkampf gibt es Gehorsam, Hürdenlauf, Slalom und Hindernislauf. Dazu kommen Geländelauf und Staffeln. Der Mensch rennt mit.
Passt für: Sportliche Teams.
Einstieg in den Turnierhundsport: Vierkampf, Dreikampf, Geländelauf und mehrTurnierhundsport ist Leichtathletik mit Hund. Du läufst selbst mit, über Hürden, durch den Slalom und ins Gelände. Hier steht, wie du einsteigst und welche Ausrüstung für Hund und Mensch erlaubt ist.Disziplinen im Turnierhundsport
- (VP) Vorprüfung: Verträglichkeit, Vorprüfung CaniCross, Vorprüfung Vierkampf
- (VK1) Vierkampf Klasse 1: Gehorsam, Hürdenlauf, Slalomlauf, Hindernislauf
- (VK2) Vierkampf Klasse 2: wie VK1, schwerer
- (VK3) Vierkampf Klasse 3: wie VK2, schwerer
- (S-VK) Sprint-Vierkampf: drei Sprints aus VK3 und 1000 m Geländelauf
- (DK) Dreikampf: die drei Sprints aus VK2, ohne Gehorsam
- (HL) Hindernislauf
- (CSC) Combinations-Speed-Cup (Staffel): 3 Teams, Parcours in Sektion 1, 2 und 3
- (SH) Shorty (Staffel): 2 Teams, Sektion 1 und 2
- (GL) CaniCross Geländelauf: Sprint 400 bis 1000 m, kurz bis 4000 m, lang bis 8000 m
- (DS) CaniCross DogScooter
- (BJ) CaniCross Bikejöring
- PARA-Athletik mit Hund: für Sportler mit Behinderung
- Jedermann- und Fun-Klassen: ohne Leistungsnachweis
Gliederung nach der VDH-Prüfungsordnung Turnierhundsport, gültig ab 1.1.2025
Was du trainierst
Unterordnung
- Leinenführigkeit
- Freifolge
- Sitz mit Abholen
- Ablegen mit Herankommen
- Steh mit Herankommen
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 19; VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 20; VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 21; VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 33
Hürden
- Hürdenlauf
- Oxer
- Hoch-Weit-Sprung
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 24; VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 27
Slalom
- Slalomlauf
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 25
Hindernisbahn
- Hindernislauf
- Tunnel
- Laufdiel
- Tonne
- Durchsprunggerät (Reifen)
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 27
Geländelauf
- Geländelauf 1000 m (Sprint-Vierkampf)
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 48
Staffel
- (CSC) Combinations-Speed-Cup (Staffel)
- Shorty (Staffel)
Quelle: VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 50; VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport, S. 55
Regeln laut Prüfungsordnung
Wer darf starten
- Der Hund muss mindestens 15 Monate alt, gechippt oder tätowiert, gegen Tollwut geimpft und haftpflichtversichert sein. Halter und Hundeführer gehören einem VDH-Verband an.
- Jeder Hund legt einmal die Verträglichkeitsprüfung ab (Begegnungen mit Menschen und Hunden). Für Vierkampf und CaniCross kommt je eine eigene Vorprüfung dazu.
- Statt dieser Vorprüfungen wird auch die Begleithundprüfung mit Verhaltenstest (BH/VT) anerkannt. Hunde, die schon vor dem 01.01.2025 gestartet sind, haben Bestandsschutz.
- CaniCross (Geländelauf mit Hund): Kinder laufen ab 6 Jahren die Sprint-, ab 8 die Kurz-, ab 11 die Langstrecke. Scooter und Fahrrad ab 15.
- Für Strecken über 5 km sowie für Scooter und Fahrrad muss der Hund mindestens 18 Monate alt sein.
- Vierkampf hat drei Klassen. Aufstieg: mindestens 48 Punkte im Gehorsam plus eine nach Alter und Geschlecht festgelegte Gesamtpunktzahl in derselben Prüfung.
- Ein Hund startet höchstens dreimal am Tag, im Vierkampf nur einmal. Ein Hundeführer startet höchstens sechsmal, mit verschiedenen Hunden.
- Eigene Wertung für schwerbehinderte Hundeführer (PARA). Nichtmitglieder dürfen bei regionalen Turnieren in Fun-Klassen mitlaufen, ohne Eintrag ins Leistungsheft.
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Platz und Aufbau
- Start-, Wechsel- und Zieltore sind 200 cm breit, die Torstangen mindestens 170 cm hoch.
- Hürdenlauf Klasse 1 und 2: 60 m mit vier Hürden, 30 cm hoch und 200 cm breit, Abstand 10 m, Gasse zwischen Hin- und Rückweg 150 cm.
- Hürdenlauf Klasse 3: 80 m mit sechs Hürden alle 10 m. Höhe 40 cm für Aktive, 30 cm für Jugend und Senioren.
- Slalom: fünf Tore mit 140 cm Weite. Die Strecke misst ca. 55 m (Klasse 1), 65 m (Klasse 2) oder 75 m (Klasse 3).
- Hindernislauf: 75 m, acht Geräte, etwa Hürde (50 cm, geschlossen), Tunnel, Laufsteg (65 cm hoch), Tonne, Reifen, Weitsprung. Im Bogen mindestens 7 m Abstand.
- Staffeln (Combinations-Speed-Cup mit drei, Shorty mit zwei Teams) nutzen dieselben Geräte, dazu Doppel-Oxer und Harfe (100 cm breit, 50 cm hoch).
- CaniCross-Strecken: Sprint 400 bis 1000 m, Kurz bis 4000 m, Lang darüber bis höchstens 8000 m. Möglichst Feld- und Waldwege statt Asphalt.
- Beim Fahrrad höchstens 10 Prozent Asphalt. Rundkurse für Scooter und Fahrrad mindestens 5 m breit, beim Massenstart 2 m Breite pro Team.
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Ausrüstung am Hund
- Bei Gehorsam und Sprints nur ein locker sitzendes Halsband, das sich nicht zuzieht. Ein Insektenschutzhalsband ist zusätzlich erlaubt, Marken oder Anhänger nicht.
- Die Leine ist höchstens 1,20 m lang. Laufen an der Leine ist nur im Dreikampf, im Hindernislauf als Einzeldisziplin und im Shorty erlaubt.
- Auf dem ganzen Gelände verboten: Würge-, Stachel-, Strom- und Druckluft-Halsbänder, Anti-Zug-Geschirre, Maulkorb, Kopfhalter und Moxonleinen (Leine mit eingebauter Schlinge).
- CaniCross: gepolstertes Zuggeschirr, das Atmung und Bewegung nicht einschränkt, verbunden über eine Leine mit Ruckdämpfer (federndes Stück gegen harte Rucke).
- Leinenlänge im CaniCross: beim Laufen höchstens 2,50 m, bei Scooter und Fahrrad 2,50 bis 3,00 m, jeweils voll gedehnt gemessen.
- Bei Scooter und Fahrrad muss ein Bügel (Bike-Antenne) verhindern, dass die Leine ins Vorderrad gerät.
- Keine Rollleinen, keine Kühlwesten oder Wärmemäntel im Rennen. Hundeschuhe sind erlaubt, aber nur paarweise.
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Was der Hundeführer darf
- Futter, Spielzeug oder andere Lockmittel sind während der Vorführung verboten. Wer sie mitführt oder benutzt, wird disqualifiziert.
- Sportliche Kleidung ist Pflicht. Schuhe mit auswechselbaren Spikes oder Stollen sind verboten.
- Hörzeichen sind kurze Ein-Wort-Befehle in beliebiger Sprache. Eine andere Sprache vorher dem Richter melden. Ein falsches Hörzeichen kostet 1 Punkt.
- Sichtzeichen (Handzeichen) statt Hörzeichen gibt es nur bei Hunden mit bescheinigter Taubheit oder starker Hörschwäche.
- Loben nur in der Grundstellung nach einer Übung, danach 3 Sekunden Pause. Spielen zwischen den Übungen ist nicht erlaubt.
- Bei der Leinenführigkeit hängt die Leine locker in der linken Hand. Anfassen oder Wegschieben des Hundes in Sprints kostet je 2 Fehlerpunkte.
- Hürden: in Klasse 1 darf der Mensch daneben laufen, ab Klasse 2 muss er mitspringen. Ausnahme ab dem Jahr, in dem er 61 wird.
- CaniCross: keine Kopfhörer, kein Tempomacher, Überholen mit Zuruf "Trail". Bei Scooter und Fahrrad sind Helm, Schutzbrille und Handschuhe Pflicht.
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Ablauf und Bewertung
- Vierkampf: Gehorsam (höchstens 60 Punkte) plus Hürden-, Slalom- und Hindernislauf. Jede Sekunde Laufzeit und jeder Fehlerpunkt wird von einem Startwert abgezogen.
- Dieser Startwert beträgt 250 Punkte in Klasse 1, 255 in Klasse 2 und 265 in Klasse 3. Die höchste Endpunktzahl gewinnt.
- Typische Fehler: Hürde unterlaufen oder Hindernis ausgelassen 4 Punkte, Hürdenstange abgeworfen 2 Punkte, Wendestange ausgelassen 10 Punkte.
- Ein Fehlstart kostet 1 Punkt, ein zweiter beendet den Wettkampf. Löst sich der Hund (Kot oder Urin) im Sprint, gibt es 4 Strafpunkte.
- Unter 42 Gehorsamspunkten und über 18 Fehlerpunkten heißt es im Vierkampf "Ohne Bewertung". Vorprüfungen enden nur mit bestanden oder nicht bestanden.
- Sprint-Vierkampf: drei Sprints plus 1000 m Geländelauf, oft als Verfolgungsrennen. Dreikampf ohne Gehorsam, je 5 Bonuspunkte pro Lauf ohne Leine.
- Staffeln und Hindernislauf als Einzeldisziplin: zwei Durchgänge, schnellste Gesamtzeit gewinnt. Läufe an der Leine kosten 5 Strafsekunden.
- CaniCross: Die Zeit zählt sekundengenau, wenn der Mensch die Linie überquert. Ein fliegender Start kostet 10 Strafsekunden.
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Disqualifikation und Abbruch
- Disqualifikation bei stark unsportlichem Verhalten (etwa Futter oder Spielzeug nutzen) und bei Verstößen gegen Tierschutz oder gute Sitten. Alle Punkte der Veranstaltung sind weg.
- Aggression gegen Menschen oder Hunde und starke Angst führen sofort zur Disqualifikation. Vor dem nächsten Start muss der Hund eine BH/VT bestehen.
- Abbruch, wenn der Hund den Platz verlässt, auf dreimaliges Rufen nicht zurückkommt oder die Aufgaben nicht beherrscht.
- Ableinen des Hundes während eines CaniCross-Rennens führt zur Disqualifikation.
- Zieht der Mensch den Hund im CaniCross hinter sich her, weil er nicht mehr kann oder will, wird das Team aus dem Rennen genommen.
- Ein zweiter Fehlstart, wiederholtes Herausziehen von Slalomstangen oder starkes Zerren an der Leine kann zum Abbruch führen.
- Kritik am Richterurteil kann zum Ausschluss führen. Wer ohne Erlaubnis nicht zur Siegerehrung kommt, kann nachträglich disqualifiziert werden.
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Gesundheit und Tierschutz
- Kranke, verletzte oder lahmende Hunde und Hunde mit Erbrechen oder Durchfall dürfen nicht starten. Der Richter kann ein Attest vom Tierarzt verlangen.
- Tragende und säugende Hündinnen sind ausgeschlossen. Da alle Disziplinen als Ausdauersport gelten, ist ab dem Deckakt keine Belastung mehr erlaubt.
- Läufige Hündinnen starten am Ende des Tages und bleiben bis dahin getrennt. Der Prüfungsleiter muss spätestens einen Tag vorher Bescheid wissen.
- Verletzt sich der Hund, darf der Mensch ihn jederzeit herausnehmen. Der Richter kann ebenfalls abbrechen, auch bei offensichtlich zu alten Hunden.
- Im CaniCross läuft ein Hund höchstens 8 km pro Tag. Kann er nicht weiter, muss der Lauf enden, Tragen ist verboten.
- Hitze: über 15 °C im Schatten kann die Langstrecke gekürzt oder gestrichen werden, über 20 °C sind höchstens 2000 m erlaubt.
- Der Richter darf das Turnier bei ungeeignetem Wetter unterbrechen oder absagen.
- Doping ist verboten, mit der Anmeldung stimmt man Proben zu. Grobe Verstöße gegen den Tierschutz können zu Verweis, Sperre oder Ausschluss führen.
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Quelle: VDH-Prüfungsordnung Leichtathletik mit Hund, Turnierhundsport (gültig ab 01.01.2025), VDH
Gesetz: schmerzhafte Mittel
Beim Ausbilden, Erziehen und Trainieren sind Stachelhalsbänder und alle anderen Mittel verboten, die dem Hund Schmerzen bereiten. Das gilt für jeden Hund, auch außerhalb des Sports.
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